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Naturparks Italien – Südtirol

Aufgrund der räumlichen Nähe und der Tatsache, dass ca. zwei Drittel der Bewohner Südtirols Deutsch als Muttersprache beherrschen, werden an dieser Stelle auch die Naturparks dieser schönen Gegend aufgeführt, welche die Vorteile eines Berglandes mit den Annehmlichkeiten eines eher milden Klimas verbindet. Schließlich verfügt Südtirol über acht Naturparke und den Teil eines weiteren Nationalparks: Schlern-Rosengarten, Texelgruppe, Puez-Geisler, Fanes-Sennes-Prags, Trudner Horn, Sextener Dolomiten, Rieserferner-Ahrn, Sarntaler Alpen sowie Stilfser Joch.

Der Naturpark Schlern-Rosengarten

Benannt nach der etwa 8 Km langen Gebirgskette der Dolomiten zwischen dem Tierser sowie dem Fassatal und dem 2563 Meter hohen Berg Schlern als Wahrzeichen Südtirols, ist der 1974 eröffnete und 6796 Hektar große Naturpark Schlern-Rosengarten auch der älteste in der Region. Neben der genannten Rosengartengruppe, die ihren Namen jedoch nicht den Blumen, sondern dem altertümlichen Wort „ruza“ für Geröll verdankt, und dem mit einem markanten Hochplateau versehenen Schlern als Westpfeiler der Dolomiten und Namensgeber der umliegenden Berggruppe, gehört auch die 40 Km von Bozen entfernte und oberhalb von Seis am Schlern und Kastelruth liegende Seiser Alm als größte Hochalm Europas zum Naturparkgebiet. Weitere Orte im für seine schönen Wanderwege im Sommer und großzügigen Skigebiete im Winter bekannten Park sind Tiers und Völs am Schlern.

Der Naturpark Texelgruppe

Auch für diesen, 1976 eingerichteten und mit 33430 Hektar größten Südtiroler Naturpark stand eine Gebirgskette Namenspate, und zwar die Texelgruppe als der zur österreichischen Grenze nahe Gebirgszug der Zentralalpen, der auch zu den Ötztaler Alpen gerechnet wird. Höchster Berg des Parks ist die Hintere Schwärze mit 3628 Metern, innerhalb des Parkgebietes liegen auch der der Niederjochferner-Gletscher und das bei wandernden Urlaubern beliebte Pfelderer Tal. Ebenfalls bestens für Wanderungen geeignet sind auch die Spronser Seenplatte, das Tisental, das Pfossental, und der in einen schwierigeren nördlichen wie leichteren südlichen Abschnitt aufgeteilte und 100 Km lange Bergwanderweg des Meraner Höhenwegs mit seinen herrlichen Aussichten. Der Park liegt in der Nähe der Stadt Meran und grenzt z.T. an die Gemeinden Schnals, Naturns, Partschins, Algund, Dorf Tirol, Riffian, St. Martin und Moos in Passeier.

Der Naturpark Puez-Geisler

10196 Hektar hingegen umfasst der 1977 eröffnete, und 1999 erweiterte Naturpark Puez-Geisler auf den Gemeindegebieten der Orte St. Martin in Thurn, Abtei, Corvara im Gadertal, Wolkenstein, St. Christina, St. Ulrich in Gröden und Villnöß. Der seit 2009 zum Dolomiten UNESCO-Welterbe gehörende Park wird von Geologen wegen seiner komplett vorhandenen lokal typischen Gesteinsschichten auch die „Bauhütte der Dolomiten“ genannt, neben Wissenschaftlern werden aber auch Urlauber durch den dortigen Dolomiten-Höhenweg Nr. 2 von Brixen nach Feltre angezogen. Schöne Wanderziele sind auch die Gebirgsseen Lech de Crespëina, Lech Sant, Lech da Iman und der Lech da Rijeda, das im Jahr 2009 neu eröffnete Besucherzentrum im Villnößer Ortsteil St. Magdalena ist mit seinen modernen Ausstellungen ebenfalls ein Publikumsmagnet.

Der Naturpark Fanes-Sennes-Prags

Im Jahr 1980 wurde der 25680 Hektar große der Naturpark Fanes-Sennes-Prags eröffnet, er erstreckt sich über die Pragser Dolomiten und die Fanesgruppe und auf dem Terrotorium der Gemeinden Abtei, Prags, Toblach, Wengen, Enneberg und Olang. Bekannt ist der Park für seine beiden Dolomiten-Höhenwege „Klassischer Weg“ vom bei Touristen sehr beliebten Pragser Wildsee nach Belluno und den „Weg der Gämsen“ von Toblach oder Niederdorf nach Longarone. Ein sehr populäres Ausflugsziel ist auch das Hochplateau der Plätzwiese, wo Besucher Gastronomie und Unterkünfte sowie die Überreste des einstigen Österreichisch-Ungarischen K.u.K-Forts Werk Plätzwiese vorfinden. Bekannt ist der beim Höhlensteintal an den benachbarten Naturpark Drei Zinnen grenzende Park auch für seine charakteristischen Wiesen- und Rasenflächen, auf denen so typische alpine Blumen wie Drachenmaul, Kugelblume und Edelweiß bunt blühen.

Der Naturpark Trudner Horn

Ebenfalls im im Jahr 1980 wurde der 6851 Hektar große und im Jahr 2000 erweiterte Naturpark Trudner Horn eröffnet, die Gemeinden Altrei, Montan, Neumarkt, Salurn und Truden haben Anteil an seinem Gebiet. Der am südlichsten und niedrigsten gelegene Park Südtirols beherbergt nicht nur alpine, sondern auch submediterrane Fauna und Flora wie z.B. Feuersalamander, Siebenschläfer, Wiedehopfe sowie Feuerlilien, Orchideen und Anemonen. Im Naturparkhaus Trudner Horn in Truden, welches in einer seit dem Jahr 2000 wieder eröffneten alten Mühle untergebracht ist, erfahren Besucher alles Wissenswerte über die Geologie und weitere Besonderheiten der Gegend. Empfehlenswert ist eine Rundwanderung von Truden zur Cisloner Alm mit Weitsicht über die Gebirgszüge der Brentagruppe, Lagoraikette, Texelgruppe und der Zillertaler Alpen, auch die Moore am Weißen und Schwarzen See sowie am Langen Moos sind sehenswert.

Der Naturpark Drei Zinnen-Sextner Dolomiten

Seit 1981 stehen die 11635 Hektar des Naturparks Drei Zinnen – Sextner Dolomiten, der seinen Namen von der imposanten Felsformation auf der Langen Alm des Rienztals erhielt Besuchern aus Nah und Fern offen, der dreiteilige Gebirgsstock ist vermutlich das beliebteste Klettergebiet und bekannteste Fotomotiv der Dolomiten. Ebenfalls seit 2009 zum Welterbe-Dolomiten der UNESCO zugehörig, liegen auch die beiden Gipfel Dreischusterspitze und Birkenkofel auf seinem Gebiet, beliebtes Ausflugs- und Wanderziel ist etwa die Festung Heideck im Sextnertal. Auch die Schaukäserei Drei Zinnen und das Fernheizkraftwerk Toblach-Innichen als Partner des Naturparkhauses im Kulturzentrum Grand Hotel in Toblach werden von Gästen gerne besucht, trotz der in höheren Lagen des Parks dominierenden Schutt- und Geröllhalden existiert dort eine Flora aus Enzian, Alpenrosen und Alpenraurikel, König der Fauna ist sicherlich der majestätisch über die Berge schwebende Steinadler.

Der Naturpark Rieserferner-Ahrn

Eine Fläche von 31505 Hektar machen den 1988 ins Leben gerufenen Naturpark Rieserferner-Ahrn zum zweitgrößten seiner Art in Südtirol, gemeinsam mit dem österreichischen Nationalpark Hohe Tauern und dem Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen bildet er das das größte zusammen hängende europäische Naturschutzgebiet. Die Gemeinden auf seinem Gebiet sind Sand in Taufers, Gais, Percha, Rasen-Antholz, Ahrntal und Prettau. Neben seinen mächtigen Dreitausendern wie etwa der Dreiherren- und der Rötspitze, dem Hochgall und de Schneebiger Hock ist der Park vor allem auch für seinen Wasserreichtum bekannt. Die Reinbachfälle, der Pojer Wasserfall sowie zahlreiche Bergbäche und Seen wie der Antholzer See im gleichnamigen Tal sind schon lange beliebte Kulisse für Wanderungen vor Ort, bei denen man mit etwas Glück vielleicht sogar Hirsche, Rehe, Eichhörnchen, Füchse, Dachse und Murmeltiere erspähen kann.

Der Naturpark Sarntaler Alpen

Noch in Planung befindlich hingegen ist der Naturpark Sarntaler Alpen, der mit seinen anvisierten 40000 Hektar jedoch den größten Park in Südtirol darstellen würde. Rund um den Tschögglberg, die Villanderer Almen, das Plateau des Rittens mit dem Rittner Horn, die Etsch, den Eisack, das Passeiertal und den Jaufenpass soll auf den Gebieten der Gemeinden Sarntal, Ritten, Hafling, Vöran, Mölten, Jenesien, Ratschings, Freienfeld, Franzensfeste, Vahrn, Brixen, Feldthurns, Klausen, Villanders und Barbian schon bald Südtirols 8. Naturpark entstehen. Der für sein traditionelles Kunsthandwerk bekannte Ort Sarntal nördlich von Bozen mit seinen gut 300 Km² flächenmäßig größte Gemeinde Südtirols würde von der Eröffnung sicherlich sehr profitieren, Ausflugsziele und Wintersportgebiete sind dort ebenfalls vertreten, so etwa das Skigebiet bei Reinswald, die Bergbahnen Ifingerbahn, Rittner Horn-Seilbahn und Hirzerseilbahn.

Der Nationalpark Stilfserjoch

Bereits im Jahr 1935 wurde der im Jahr 1977 auf 134620 Hektar erweiterte Nationalpark Stilfserjoch gegründet, der sich über die zwei lombardischen Provinzen Sondrio und Brescia sowie die beiden autonomen Südtiroler Provinzen Bozen und Trient erstreckt. Rund um den 3905 Meter hohen Berg Ortler als Hauptgipfel der gleichnamigen Alpengruppe und den 3778 Meter hohen Monte Cevedale als höchsten Berg des Trentinos ist der Park ein wahres Eldorado für Wanderfreunde. In den dortigen Besucherzentren und Nationalparkhäusern in Trafoi, Prad, Martell, St. Gertraud im Ultental, Schlanders, Bormio, Pro Loco Valdidentro, Pontedilegno, Rabbi und Peio können sich Urlauber und Gäste über die Vielzahl an ausgeschilderten Wanderwegen und geführten Naturerlebnistouren informieren. Der Park ist auch Lebensraum für Hirsche, Rehe, Rotfüchse, Marder, Eichhörnchen, Gämsen, Murmeltiere, Steinadler, Uhus, Schwarzspechte, Auerhähne, Dohlen und Fasane.

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